Für Eltern

Kinder sind meist recht neugierig, was Alkohol betrifft. Sie sehen Erwachsene trinken und so wollen sie mehr und mehr darüber wissen. Als Elternteil ist es wichtig, was Sie sagen, da dies einen großen Einfluss auf Ihr Kind hat, aber es ist nicht immer leicht die richtigen Worte zu finden.

Dieser Abschnitt gibt Tipps und eine Anleitung für Eltern, wie man das Thema mit seinen Kindern besprechen könnte, speziell mit elf- bis sechzehn-jährigen Kindern. Wenn Sie schon frühzeitig mit Ihren Kindern darüber reden und Ihnen die Auswirkungen erklären, dann werden diese in Zukunft bessere Entscheidungen treffen können.



Ihr Kind, Sie und Alkohol

Kinder werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst – ihren Freunden, Lehrern, Fernsehen, Filmen, etc. Eltern haben jedoch den größten Einfluss auf ihre Kinder und deren Verhalten, und auch wie sie mit dem Thema Alkohol umgehen.

Einige wissenschaftliche Sozialstudien haben gezeigt, dass Kinder, deren Eltern ein positives Beispiel setzen und aktiv das Thema Alkohol besprechen, eine vernünftigere Einstellung diesbezüglich entwickeln.

Es wäre also von Vorteil, dass Eltern das Thema Alkohol mit ihren Kindern besprechen und sich auf Regeln für die Zukunft einigen.

Ein anderer Bericht von Umfragen zeigt, dass in 30 von 31 Ländern junge Menschen mehr Alkohol zu sich genommen haben, wenn die Eltern nicht wussten, wo genau diese ihren Samstagabend verbringen.

Diese Website hilft Ihnen dabei, das Thema Alkohol mit Ihrem Kind zu besprechen und den guten Einfluss, den Sie haben, zu unterstützen.



Warum sollte ich mit meinem Kind das Thema Alkohol besprechen?

Es ist nicht leicht das Thema Alkohol aufzubringen und man findet oft nicht die richtigen Worte. Die meisten Kinder wissen über Alkohol schon recht früh ein bisschen Bescheid und idealerweise bespricht man das Thema, bevor sie mit Alkohol zu experimentieren beginnen.

Was Sie sagen und tun, beeinflusst Ihr Kind und wenn Sie alle Fakten über Alkohol kennen, hilft das, bessere Entscheidungen in der Zukunft zu treffen.

Wann soll ich das Thema aufbringen?
Vermeiden Sie das Thema zu erzwingen, am besten es ergibt sich einmal von selbst. Sie können eine Geschichte aus der Zeitung oder im Fernsehen aufbringen. Sie können auch warten bis Ihr Kind eine Frage diesbezüglich stellt.

Womit Sie sich auch immer am wohlsten fühlen, ist der richtige Anfang und idealerweise reden Sie darüber, bevor Ihr Kind in dem Alter ist, wo es schon dem Gruppendruck ausgesetzt sein könnte. Seien Sie auch ruhig bereit „Nein” zu sagen, wenn Sie sich nicht wohlfühlen, wenn Ihr Kind auf eine Party gehen möchte und entwickeln Sie Grundregeln.

Was soll ich sagen?
Schon junge Kinder wissen sehr wohl, was akzeptables Benehmen in Bezug auf Alkoholkonsum ist, und was nicht. Deshalb können Sie schon früh beginnen das Thema anzusprechen. Es gibt keine Betriebsanleitung, wie man jemanden erzieht und jedes Kind und jede Familie ist anders. Finden Sie Ihren eigenen Stil zu kommunizieren.

Wichtig ist, dass Sie die Fakten weitergeben und Ihrem Kind klar machen, was die Gefahren sein können. Sie können erklären, was genau im Körper passiert, wenn man trinkt und was die Auswirkungen sind.

Ab welchem Alter sollte ich meinem Kind erlauben zu trinken?
Es gibt kein Alter, ab dem es generell „normal” ist für Kinder etwas zu trinken. Manche Eltern erlauben ihren Kindern bei einer besonderen Gelegenheit ein bisschen zu trinken. Andere wiederum wollen dies nicht. Es gibt Studien, die besagen, dass wenn Kinder schon früh zu trinken beginnen, dass sie dann später alkoholbedingte Schäden haben können. Es gibt aber auch andere, die besagen, dass wenn junge Menschen im sicheren Umfeld daheim mit Eltern begonnen haben etwas zu trinken, diese häufiger gemäßigte Trinkgewohnheiten entwickeln und weniger über die Stränge schlagen. Aber prinzipiell bleibt es ganz Ihnen überlassen, ob und wie viel Sie Ihrem Kind erlauben daheim zu trinken.

Wofür auch immer Sie sich entscheiden, machen Sie auf jeden Fall klar, was für Risiken Alkohol mit sich bringt. Es ist auch wichtig zu wissen, ab welchem Alter man gesetzlich Alkohol kaufen und trinken kann. Und nur weil es Alkohol daheim für die Erwachsenen gibt, heißt das nicht, dass sich die Kinder jederzeit daran bedienen können!



Ideen wie man das Gespräch beginnen kann

Ein Schritt nach dem anderen
Die richtige Balance zu finden zwischen dem Beschützen Ihres Kindes und ihm Freiheit zu geben, ist nicht immer leicht. Man kann einfach nicht ständig um seine Kinder herum sein.

Mit guter Kommunikation und Vertrauen kann allerdings erreicht werden, dass Ihr Kind in einer verzwickten Situation dann die richtige Entscheidung trifft und falls es Rat braucht, zu Ihnen kommt.

Ein paar kleine Änderungen können schon einen großen Unterschied machen, aber nichts passiert einfach über Nacht. Gehen Sie alles Schritt für Schritt an.

Niemand ist perfekt
Man muss sich eingestehen, dass weder Sie noch Ihr Kind immer alles richtig machen. Was bei einem Kind sehr gut funkioniert, kann bei einem anderen gar nicht funktionieren. Fehler sind da, um gemacht zu werden und um daraus zu lernen.

Lernen Sie Ihr Kind besser kennen
Lernen Sie Ihr Kind als Individuum kennen. Wissen Sie wirklich, was Ihr Kind mag oder nicht leiden kann, in Bezug auf sich selbst oder auf sein Umfeld? Was würde Ihr Kind in seinem Leben ändern?

Nehmen Sie sich Zeit und stellen Sie Fragen und hören Sie gut zu. Sie hören vielleicht Dinge, die sie gar nicht wussten. Und Ihr Kind freut sich, dass seine Meinung gehört wird.

Formen Sie eine Bindung
Ist ein Kind einer Gruppe zugehörig und wird respektiert, dann stimmt es auch den Regeln zu, die diese Gruppe mit sich bringt. Geben Sie Ihrem Kind das Gruppengefühl und unternehmen Sie Dinge gemeinsam als Familie.

Eine gewisse Routine garantiert, dass man regelmäßig Zeit miteinander verbringt und viele Möglichkeiten miteinander zu reden hat.

Geben Sie das Gefühl respektiert zu werden
Dies kommt Ihnen vielleicht offensichtlich vor, aber geben Sie Ihrem Kind das Gefühl respektiert zu werden, dies wird oft übersehen in unserem hektischen Leben. Die Meinungen Ihres Kindes sind wichtig und es sollte immer das Gefühl haben, es kann jederzeit seine Meinung kundtun. Wenn Änderungen anstehen, lassen Sie das Ihr Kind rechtzeitig wissen und lassen Sie es wissen, dass Sie stolz auf sie/ihn sind.

Setzen Sie Grenzen
Es ist wichtig, dass Kinder ihre Grenzen kennen und was die Konsequenzen sind, wenn diese überschritten werden. Kinder werden diese testen, also seien Sie bereit auch durchzuziehen was Sie vorher angekündigt haben.

Vergessen Sie aber auch nicht Ihr Kind zu loben, wenn es etwas richtig und gut gemacht hat. Kindern zu erklären, warum es diese oder jene Regeln gibt, hilft ihnen zu verstehen und ein Gefühl der Verantwortung zu entwickeln. Zu wissen mit wem Ihr Kind unterwegs ist und wann Ihr Kind wieder daheim ist, ist wichtig was die Sicherheit betrifft und minimiert auch Ihre Sorgen.

Vertrauen Sie
Ihrem Kind vertrauen bedeutet, dass es Ihnen jederzeit alles erzählen kann und Sie werden nicht gleich laut oder werden es verurteilen. Wenn Sie in Ruhe zuhören und sich jeden Blickwinkel der Geschichte anhören und dann den Vorfall besprechen, hilft das, in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen.

Vertrauen ist wichtig, um eine offene und ehrliche Kommunikation haben zu können. Wenn sich Ihr Kind sicher fühlt schwierige Themen anzusprechen, dann tut es das gerne und hört sich auch an, was Sie dazu zu sagen haben.

Seien Sie immer informiert
Kinder sind oft viel mehr im Bilde, als wir glauben, aber wissen oft nicht die genauen Fakten. Was auch immer das Thema sein mag, versichern Sie sich, dass Ihr Kind immer die Tatsachen kennt und auch weiß wohin es sich wenden kann, wenn es mehr darüber wissen will.

Versuchen Sie lange Vorträge und abschreckende Geschichten zu vermeiden, stattdessen kann man gemeinsam Vor- und Nachteile besprechen. Verwenden Sie Worte, die Ihr Kind versteht und Beispiele, die realitätsbezogen sind und ermutigen Sie Ihr Kind auch seine/ihre Ansichten darzulegen.

Mit gutem Beispiel vorangehen
Als Elternteil oder Erzieher unterschätzen Sie nie den Einfluss auf Ihr Kind was Ihre Worte, Ihr Verhalten, Ihre Taten und Entscheidungen betreffen. Bedenken Sie oft, was für ein Beispiel Sie abgeben. Es ist schwierig Ihr Kind für etwas zu begeistern, wenn Sie dies nicht selber vorleben.



Tipps, um das Trinken bei Jugendlichen zu verzögern

  • Versichern Sie sich, dass Sie alle Fakten und Gesetze betreffend Alkohol kennen, damit Sie dann ein ausgeglichenes und positives Gespräch haben können.
  • Suchen Sie den Dialog mit Jugendlichen und hören Sie zu. Es ist wichtig dass die Jugendlichen Ihre Ansicht kennen, genauso wie Sie deren. Verwenden Sie alltägliche Geschichten als Beispiel.
  • Haben Sie Familienrichtlinien, besprechen Sie diese mit allen Mitgliedern und seien Sie klar darüber, was erlaubt ist und was nicht, und haben Sie Konsequenzen falls diese nicht eingehalten werden.
  • Wenn ein Jugendlicher zu einer Party gehen will, führen Sie ihn hin und holen Sie ihn ab. Sprechen Sie mit den Eltern des Gastgebers was genau für die Party geplant ist und vereinbaren Sie eine Zeit um Abholen.
  • Wenn Sie Alkohol bei sich zu Hause haben, vergewissern Sie sich, dass Sie immer wissen wie viel noch vorhanden ist.
  • Seien Sie bei Partys in Ihrem Haus anwesend und servieren Sie immer etwas zu essen. Vergewissern Sie sich, dass auch bei Partys von Freunden Ihres Kindes die Eltern dabei sind.
  • Seien Sie verständnisvoll betreffend Gruppendruck und versuchen Sie nicht laut zu reagieren wenn Sie herausfinden, dass jemand getrunken hat. Besprechen Sie es und erklären Sie die Risiken.

Wenn Jugendliche abends weggehen, dann vergewissern Sie sich, dass…

  • sie vorher etwas gegessen haben
  • sie das Handy eingeschalten haben und jederzeit anrufen falls es Probleme gibt
  • Sie wissen wohin sie gehen und möglicherweise hinbringen und abholen
  • sie erinnert werden
    • lass niemals deinen Drink unbeachtet stehen
    • trink nicht und fahr danach mit einem Straßenverkehrsfahrzeug
    • steig zu niemandem ins Auto, der vielleicht getrunken hat oder Drogen genommen hat
    • geh niemals alleine nach Hause